Lateinamerika in einem schwierigen internationalen Umfeld
Der soeben erschienene Canning House Report skizziert die Zukunftsperspektiven Lateinamerikas. Er zeichnet das Bild einer Region, die 2026 stärker im globalen Machtgefüge verankert ist, zugleich aber mit erheblichen internen Spannungen ringt. Die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus markiert einen Wendepunkt: Die USA verfolgen gegenüber der Region eine deutlich assertivere, teils militarisierte Politik, was lateinamerikanische Regierungen zu sehr unterschiedlichen Reaktionen zwingt – von enger ideologischer Annäherung bis zu offener Konfrontation. Gleichzeitig versuchen viele Länder, ihre außenwirtschaftlichen Beziehungen zu diversifizieren und Abhängigkeiten von den USA und China zu reduzieren. Wirtschaftlich bleibt das Wachstum moderat und strukturelle Schwächen – geringe Produktivität, fiskalische Fragilität, Ungleichheit – begrenzen das Potenzial. Politisch zeigt sich eine pragmatischere Führungslandschaft, in der Wahlen und die Ansprache der Mittelschichten wichtiger werden als ideologische Polarisierung. Große Chancen liegen in Agrarproduktion, Energie, kritischen Rohstoffen und Nearshoring, werden jedoch durch mangelnde regionale Koordination, Sicherheitsprobleme und institutionelle Defizite geschmälert. Der vollständige Report ist hier zu finden.
